Die Geschichte der Maria Magdalena

as told by: Dr Norma Delaney
www.newbreath.net

translated by: Martin Schoettel
schoettel@seelischgesund.info


Dies ist eine Geschichte, die mit „es war einmal“ beginnt, und sie spielt in einem Land, weit, weit weg von hier, in einer Zeit, die viele die „alten Zeiten“ nennen.

Nimm jetzt mit mir gemeinsam einen tiefen Atemzug und lasse dich tief in dich selbst sinken. Mache es dir bequem. Das ist eine Geschichte, die mein Herz mit dir heute wirklich teilen will.

Ich weiß, dass Tobias diese „es war einmal“-Geschichte der Maria Magdalena schon einmal erzählt hat. Aber meine Geschichte ist etwas anders. Sie kommt aus meinem Innersten, von dort, wo meine Seele voller Liebe entscheidet, sich dir mitzuteilen.

Da war ein kleines Mädchen mit dem Namen Maria, geboren in Magdala, in einem Land, das Israel heißt. Ihr Vater besaß dort am See von Galiläa eine Fischerei-Flotte. Der See von Galiläa hatte zu dieser Zeit noch eine beträchtliche Größe. In diesem frischen Wasser gab und gibt es immer noch sehr kleine Fische, die außerordentlich gut schmecken.

Diese waren so sehr begehrt, dass die reicheren Römer, die dieses Gebiet regierten, viel Geld für diese Fische bezahlten. So kam es, dass Marias Vater ein gutes Einkommen für seine Familie hatte. Sie lebten sehr komfortabel und Maria musste nicht arbeiten. Sie lernte lesen und schreiben, was für ihre Zeit sehr unüblich war.

Der Tag kam und es wurde Zeit, die damals übliche Kopfsteuer für alle Juden zu bezahlen. Sie waren eine gläubige jüdische Familie, die ihren Glauben aktiv lebten. So kam die Zeit für Marias Familie, nach Jerusalem zu reisen, dort einige ihrer religiösen Pflichten zu erfüllen und diese Kopfsteuern zu bezahlen. Man musste alle Familienmitglieder mitnehmen, um zu beweisen, wieviel Steuern man zu bezahlen hatte.

Magdala war relativ weit von Jerusalem entfernt, und weil sie eine wohlhabende Familie waren, wollten sie nicht ohne ihren Koch, ihrem Kindermädchen usw. reisen, damit sie es auch wirklich bequem hatten. Es brauchte eine Menge Zelte, Tiere und viel Vorbereitung für diese Reise nach Jerusalem.

Maria war begeistert, an diesem Abenteuer teilzunehmen und Jerusalem besuchen zu können. So zogen sie los mit ihrer Karawane, kampierten auf freiem Gelände unter Zelten. Sie reisten sehr bequem für ihre Zeit.

Auf der Heimreise von Jerusalem wurde Marias Bettrolle wie jede Nacht auf der Erde ausgelegt. Als sie sich auf ihr Bett legte, bemerkte sie unter ihrer Liegestätte etwas Spitzes, das sie drückte. Sie glaubte zuerst, dass da ein Stein unter ihrem Bett lag. So schob sie ihre Unterlage etwas zur Seite, um den vermeintlichen Stein wegzuräumen.

Sehr zu ihrem Erstaunen grub sie aus der Erde jedoch eine kleine Statue aus. Die  Statue einer Frau. Die schönste Frau, die sie je in ihrem Leben gesehen hatte. Ihr Herz sang vor Freude. „Was für eine wunderschöne Statue“, dachte sie sich.

Es war die Figur einer römischen Göttin. Wenn du die jüdische Tradition kennst, dann weißt du, dass man als Jude keine Statuen oder Idole von falschen Göttern besitzen darf. Sie wurden als das Werk des Teufels betrachtet und waren streng verboten. Aber Maria schaute ins Antlitz dieser wunderschönen Frau und sie war wie verzaubert. Was für eine Schönheit! Sie wusste, dass es eine römische Göttin war, aber sie war so wunderschön.

Sie entschied sich, sie über Nacht zu behalten, mit ihr einzuschlafen, mit ihr zu reden, ihr Geschichten zu erzählen. Sie war in die Fantasiewelt eines kleinen Mädchens eingetaucht. „Wie schön, diese neue Freundin zu haben“, dachte sich Maria. „Und ich werde den Fund morgen meinem Vater geben, weil ich weiß, dass es gegen die jüdischen Lehren verstößt.“

Aber das Problem war, dass ihr Herz zu singen begann. Es sang, wenn sie mit dieser Statue spielte. Obwohl ihr Kopf sagte: „Ich kenne die Regeln“, ist ein kleines Mädchen manchmal von einem singenden Herzen geleitet, mehr als von Regeln.

So versteckte sie die Statue in ihren Habseligkeiten, damit die Angestellten und ihr Kindermädchen sie nicht finden konnte. Sie wusste, wenn die Figur irgendjemand fände, würden sie sie ihrem Vater geben, der sie wahrscheinlich kaputt schlagen würde. Sie brachte es einfach nicht übers Herz, die Statue wegzugeben.

Bald bemerkte sie, dass sie zu ihrer Figur die ganze Zeit wie zu einer neuen Freundin sprach. Was für einen Spaß es ihr bereitete, einer besonderen Freundin Geheimnisse anvertrauen zu können oder Dinge, die sonst niemand anderer hören wollte. Irgendwann einmal bemerkte sie, dass ihre Freundin auch zu ihr sprach. Wie erstaunlich, sie konnte ihre Stimme hören. Ihre Freundin sprach zu ihr, sie sprach zu ihrer Freundin, wie wunderbar. Das Leben war wirklich gut zu ihr.

Mit der Zeit begann ihre Familie wahrzunehmen, dass Maria sehr häufig zu sich selbst sprach. Ihr Vater war sehr in Sorge darüber. „Das darf in der Stadt nicht bekannt werden, dass Maria zu sich selbst spricht und Stimmen hört. So bekommt Maria sicher keinen Ehemann, wenn das herauskommt“, ging es ihrem Vater durch den Kopf.

So brachten sie Maria in eine weit entfernte Stadt zu einem Rabbi, von dem sie gehört hatten, dass er Dämonen austrieb. Da sie ja Stimmen hörte, musste sie besessen sein, dachten sie. Sie sagten zu ihm: „Sie hört Stimmen, sie muss geheilt werden, was immer du tun musst, mach etwas, damit das aufhört!“ So vollzog der Rabbi sein Austreibungsritual und schickte Maria nach Hause, aber siehe da, sie sprach weiterhin mit sich selbst und hörte Stimmen.

Der Vater entschied: „Wir machen lieber schnell etwas, bevor das bekannt wird“, und so bot er seine Tochter zur Heirat an. Sie war zwar etwas jung dafür, aber es war für ihren Vater in Ordnung, sie war alt genug. Da er ihr eine gute Mitgift mitgeben konnte, würde es kein Problem für ihn sein, einen guten Schwiegersohn zu finden. „Ich habe diese ganze Fülle an Fischerbooten, ich werde ihn ins Fischereigeschäft einführen, das ist ein guter Anreiz für einen jungen Mann“, spekulierte Marias Vater.

So hatten sie keine Probleme, die arme Maria zu verheiraten. Glücklicherweise fand der Bursche nicht gleich heraus, dass Maria mit sich selbst sprach und Stimmen hörte, aber zur Bestürzung der Familie kam es letzten Endes dann doch irgendwann ans Tageslicht.

Bald gebar Maria ein Baby, ein kleines Mädchen. Ein kleines Mädchen, das sie innig liebte. Sie liebte ihre Tochter mit einer neuen Tiefe, die von der Liebe zu ihrer Statue herrührte, aber die Stimmen und ihre Selbstgespräche wurden immer ausgeprägter. Nun bekamen es auch die Leute in ihrer Stadt mit.  „Arme Maria!“ sagten sich die Bewohner.

Ihre zwei Brüder liebten Maria wirklich sehr, weil sie wussten, dass sie eine sehr, sehr sanfte, freundliche und liebevolle Schwester war. Eines Tages hörten sie von einem Mann, der gerade in ihrer Gegend vorbei kam. Er war bekannt dafür, dass er Leute heilen konnte. Sein Name war Johannes der Täufer, und er stand die meiste Zeit in einem Fluss und sagte den Leuten: „Ich werde euch taufen und eure Sünden wegwaschen!“

„Wer weiß, was das bedeutet“, dachten sich die Brüder, „aber vielleicht kann Johannes viele ihrer Sünden loswerden, die ihre Stimmen verursachen.“ „ Wir gehen mit Maria zu Johannes dem Täufer und lassen ihr Kind bei ihrem Mann und ihrem Vater“, beschlossen die beiden also. Weil die ganze Familie als Großfamilie zusammenlebte, wie damals üblich, war das leicht möglich. So ging Maria mit ihren Brüdern glücklich mit, um endlich geheilt zu werden.

Als sie dort ankamen, wo Johannes war, mussten sie überrascht feststellen, dass dort an die tausend Menschen auf eine Taufe warteten. Das hatten sie nicht erwartet. Sie hatten sich vorgestellt, dass sie einfach zu dem Rabbi hingehen und gleich wieder nach Hause können. Das war leider nicht der Fall.

Sie mussten dort im Freien lange warten, bis sie an der Reihe waren. Als sie so warteten, kam plötzlich eine andere Gruppe von Menschen, und während diese Gruppe wartete, hörte Maria die Worte eines Rabbis, der dieser Gruppe seine Lehren mitteilte. Maria konnte seine Stimme hören und wusste, dass sie dieser Stimme genauer zuhören wollte. Seine Lehren nahmen sie völlig gefangen, und der Klang seiner Stimme, der Klang in der Stimme rief sie aus den Tiefen ihres innersten Seins. Der Name dieses Lehrers war Yeshua, er kam ebenfalls wegen einer Taufe zu Johannes.

Jeder bekam also seine Taufe zur richtigen Zeit, Yeshua aber fuhr mit seiner Rede und seinen Lehren fort. Er redete über viele Themen, bei denen Marias Herz mitsang und mitschwang. Er wusste, dass die Stimmen, die sie hörte nichts Böses waren, nicht das Zeichen des Teufels, sondern in Wahrheit das Wunder, das er in sich selbst hörte.

Eines Tages war es an der Zeit für Yeshua, diesen Ort zu verlassen, und er sagte: „Bald werde ich wieder in diese Gegend kommen. Wenn ich das zweitemal komme, und du dich dafür entscheidest mir zu folgen, wirst du es wissen.“

So ging Maria mit ihren Brüdern wieder heim, aber sie konnte nicht aufhören, an den jungen Rabbi und an seine Worte zu denken. Sie war in ihrer Seele berührt worden. Seine Worte waren dieselben, die aus Marias innerstem Wesen ebenfalls aufstiegen und laut wurden.

Tatsächlich kam Yeshua nach einiger Zeit wieder nach Magdala zurück. Er kündigte an: „Ich bin hier, jetzt ist die Zeit mir zu folgen.“

Maria erzählte ihrem Vater, ihrem Mann und ihrer Familie: „Ich muss mit ihm gehen, ich muss jetzt mit ihm gehen, ich muss mit ihm lernen, er lehrt so erstaunliche Dinge, ich muss gehen!“ Sehr zum Entsetzen ihrer Familie ging sie tatsächlich.

Yeshua rief seine Jünger zu sich, und sie reisten von Stadt zu Stadt. Maria ging mit ihnen, sie hörte zu und lernte. Die ganze Zeit sprach er zu seinen Jüngern, aber Maria hörte immer jenseits seiner Worte. Sie hörte, was sein Herz lehrte, was seine Seele sang. Und so kam es, dass die Worte aus dem Mund anfingen und die Worte des Herzen beendeten, fortlaufend im gleichen Rhythmus. Marias Seele sang innerlich mit Wonne …  Ja, ja.

Als die Zeit gekommen war, sagte Yeshua: „Dieser Teil unserer Arbeit ist getan, ich möchte, dass ihr nach Hause geht und euren Familien Lebewohl sagt. Wenn ihr euch entscheidet, auch den Rest des Weges mit mir zu gehen, müsst ihr euch von euren Familien verabschieden, weil wir nach Jerusalem gehen, um den nächsten Teil unserer Arbeit zu tun.“

Maria ging nach Hause, um ihre Tochter und ihre Familie zu sehen, ihnen von diesen erstaunlichen Lehren zu erzählen, ihnen zu erzählen, dass tausende Menschen zu ihnen kamen, was es für ein Geschenk war, ein Teil von all dem zu sein. Zu ihrer Überraschung, ja zu ihrem Entsetzen waren die Türen für sie versperrt. Alle Türen waren zugesperrt. Sie rief ihrer Familie immer wieder zu: „Ich bin es, ich bin es, Maria, eure Tochter, deine Frau, deine Mutter, ich bin zu Hause, lasst mich herein!“

Schließlich kam einer der Diener und sagte: „Dein Vater sagt, du musst dieses Haus verlassen und du darfst nie wieder zurückkommen. Du darfst deine Tochter nie mehr sehen, weil die jüdische Lehre besagt, dass eine Frau, die mit einem Mann unterwegs ist, der nicht ihr Ehemann ist, eine Hure ist. Du wirst vom heutigen Tage an als Hure gebrandmarkt. Du wirst dein Kind nie mehr sehen!“

Maria brauchte einige Zeit, das zu glauben, was sie hörte. „Diese Äußerung kann nicht wahr sein, mein Vater liebt mich, sein Herz wird sich meinetwegen noch erweichen, ich weiß, dass es das wird“, waren die Worte, die sie sich immer und immer wieder vorsagte. Tag um Tag verweilte sie vor ihrem Haus, aber keiner öffnete ihr die Türe.

Schließlich verließ sie in großer Verzweiflung ihre Familie und ging zurück zu Yeshua und den Seinen, damit sie nach Jerusalem weiterreisen konnten, um den Rest ihrer Arbeit zu tun, so, wie Yeshua es ihnen versprochen hatte. Sie erzählte ihm von ihrem gebrochenen Herzen, weil sie ihr Kind nicht mehr sehen konnte. Sie erzählte ihm von dem Schmerz, den die Worte ihres Vaters in ihr verursacht hatten.

Yeshua sah in ihr Herz, in ihre Seele und wusste von dem Geschenk, das sie seinen Lehren, seiner Arbeit brachte. Er sah die Reinheit ihrer Freude und Liebe zu seinen Lehren ebenso, wie den Preis, den sie dafür bezahlte, ihm zu folgen. Mitgefühl wallte in ihm auf wie nie zuvor, für sie und für andere, die seinen Lehren folgen würden. Es war die Geburt eines Mitgefühls, das ihm für den Rest seiner Zeit dienen würde.

Und so setzte Yeshua seine Lehren und seinen Weg fort. Die Geschichte nahm ihren Lauf, als Yeshua nach Jerusalem ging. Und es erfüllte sich, was er seinen Jüngern gesagt hatte. Maria war sich immer der vollständigeren Lehre aus seinem Herzen gewahr. Seine Jünger hörten die Worte, Maria empfing die volle Lehre.

Als die Zeit gekommen war, das Ende seines Wirkens zu vollbringen, sagte er zu Maria: „Du bist die, die ich rufen werde, wenn die Schwelle des Todes durchschritten ist. Ich werde dich rufen als diejenige, die meine Rückkehr ankündigen wird.“

Und so geschah es auch nach seinem Tod. Eines Tages hörte sie plötzlich die Stimme von Yeshua: „Maria, es ist Zeit, komm, komm Maria!“ Sie rannte an den Wachen vorbei, zu dem Ort, wo er begraben war. Und wie die Geschichte sagt, war er verschwunden, Bald bemerkte sie. „Da ist er ja, er ist hier, ich sehe ihn, ich fühle ihn, er ist hier!“

Wie versprochen versammelte sie die anderen um sich und rief: „Kommt her, schaut, Yeshua ist hier, er ist hier, er ist nicht wirklich weg, er möchte mit euch sprechen, kommt!“ Die Jünger sahen ihn nicht sofort, aber die Liebe und die Freude, die Maria mit ihnen teilte, erlaubte es ihnen, Yeshua auch wahrzunehmen. „Ja, ja, er ist hier, er ist zurückgekommen, um den Rest seiner Lehren zu vollenden!“

Eine lange Zeit, nachdem Yeshua gestorben war, versuchte Maria die Lücken des Verständnisses bei seinen Jüngern zu füllen, wo sie seine Lehren nicht vollständig verstanden hatten. Die Eifersucht der Jünger ihr gegenüber war augenscheinlich, genauso wie es gewesen war, als Yeshua noch am Leben war. Sie waren sicher, dass Yeshua einige mehr liebte als andere und dass er Maria Dinge erzählte, die er ihnen nicht mitgeteilt hatte. Das machte sie wirklich sehr eifersüchtig. Denkt daran, Menschen lieben ihre Spiele mit der Angst sehr, sogar die Nachfolger Yeshuas kannten das Spiel der Eifersucht.

Es wurde nach einiger Zeit für Maria sehr klar und wichtig, dass sie den Rest der Anleitungen von Yeshua in die Tat umsetzte. Sie hatte ihm versprochen, dass sie seine Mutter aus Jerusalem fortbringen würde, weil sie von den dortigen Machthabern gesucht wurde, ebenso wie die Jünger Yeshuas verfolgt wurden. Man wollte sie vernichten, weil sie eine Bedrohung für die religiösen Eliten der alten Lehren darstellten.

Und so brachte der Onkel von Yeshua, Josef von Arimathäa, der sehr reich war und große Handelsschiffe besaß, Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Yeshua nach England. Sie besaßen dort etwas Land, und sie konnten sich dort ein Haus und ein neues Leben aufbauen, ohne eine Bedrohung für die religiösen Lehren in Israel darzustellen.

Nachdem die Mutter Yeshuas gestorben war, beschloss Maria nach Südfrankreich zu gehen, den Rest ihrer Zeit dort zu verbringen und ihre Lehren fortzusetzen. Aber sie sah auch, dass es wichtig war, dies sehr zurückgezogen zu tun. Sie arbeitete nur mit jenen, die direkt zu ihr kamen, um ihre Lehren zu hören. Sie ging nicht hinaus und predigte nicht öffentlich. Sie lehrte nur die, die ein offenes Herz hatten. Nach einer Zeit des Lehrens verstarb auch sie.

Ihre Tochter war zu einer jungen Frau herangewachsen und führte das Leben einer traditionellen Jüdin. Aber bevor ihr Kindermädchen starb, gab sie der Tochter einen Stapel Briefe, die sie gesammelt und vor Marias Vater und ihrem Ehemann versteckt hatte. Sie sagte der Tochter: „Diese Briefe sind von deiner Mutter, deine Mutter schrieb dir sehr regelmäßig. Keiner wollte, dass du sie zu sehen bekommst, aber ich habe sie für dich aufbewahrt.“

Die Tochter las die Briefe ihrer Mutter, um zu erfahren, wer ihre Mutter war, diese sonderbare Frau, die ihre Famile verlassen hatte. Die Briefe waren voll  von den inspirierenden Lehren Yeshuas. Sie waren voll mit allem, was Maria gelernt hatte. Alles, was sie entdeckt hatte, wollte sie mit ihrer Tochter teilen.

Als die Tochter Brief um Brief las, wusste sie sofort, dass sie nach Frankreich reisen musste, um ihre Mutter zu sehen. Sie musste sie treffen, sie musste sie persönlich sehen. Aber sehr zu ihrer Enttäuschung erfuhr sie in Südfrankreich, dass ihre Mutter schon tot war.

Und so ließ die Tochter in lebendiger und liebevoller Erinnerung und zu Ehren einer Frau, die ihrem Herzen und ihrer Freude gefolgt war, für Maria eine Statue bauen. Sie war ihr gewidmet, um die Wahrheit der Maria Magdalena zu ehren.

So wurde Maria Magdalena zum „Atem des Mitgefühls“ – diejenige, die die Worte Yeshuas empfing, noch bevor er sie aussprach.

Ich habe diese Geschichte erzählt, um ein anderes Licht auf den Lebensweg einer Frau zu werfen, die vielen Menschen Angst einflößte, weil sie nicht in der Rolle blieb, die die Gesellschaft für eine Frau vorgesehen hatte. Und so inspiriert sie noch heute die Menschen zu Mut und Mitgefühl und einer innigen Liebesbeziehung mit der eigenen Seele.